Abtreibungsverbot führt zum Tod Hunderter Frauen und Mädchen

 

Auf dieser Seite finden Sie:

  • Infos zur Debatte um das Abtreibungsgesetz in El Salvador
  • Einzelfall: Zur Situation von Teodora
  • Hintergrundinformationen und Medienberichte
  • Links

In Berichten über die Situation von Frauen und Mädchen in El Salvador schildert Amnesty International seit September 2014 die Auswirkungen des absoluten Abtreibungsverbotes auf das Leben von Schwangeren: Gesundheitliche Risiken durch unsichere und heimliche Abtreibungen führen zu einer hohen Müttersterblichkeit; selbst wenn die Schwangerschaft durch Gewalt entstanden ist oder aufgrund von Krankheiten das Leben der werdenden Mutter gefährdet, ist eine Abtreibung verboten; Fehlgeburten werden als Abtreibung gewertet und mit bis zu 50 Jahren Haft bestraft.

Urgent Action

Bitte beteiligen Sie sich an dieser Aktion! Schreiben Sie Briefe an die Abgeordneten des Parlamentes von El Salvador, schreiben Sie Tweets und Beiträge in anderen sozialen Netzwerken!

Urgent Action: Gesetzgeber soll Abtreibung entkriminalisieren
UA-Nr.: 098/17
AI-Index: AMR 29/6129/2017, 28. April 2017
Die UA wurde verlängert bis zum 21.Juli 2017

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Link zum Original (englisch, spanisch, französisch) in der internationalen Website von Amnesty International

 

El Salvador: Entscheidende Gelegenheit, der absoluten Kriminalisierung von Abtreibung ein Ende zu setzen
Pressemeldung, 8. Mai 2017

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Link zum Original (spanisch) in der internationalen Website von Amnesty International

 

Die Forderungen von Amnesty International zur Entkriminalisierung von Abtreibung in El Salvador hat neue Aktualität erhalten: Der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) fordert El Salvador in einer Empfehlung vom 3. März 2017 zu einer Lockerung dieses Gesetzes auf. Die vollständige Empfehlung der CEDAW finden Sie hier: Concluding observations on the combined eighth and ninth periodic reports of El Salvador

Gesetzesvorlage zur Entschärfung des Abtreibungsgesetzes

Die Präsidentin des Parlamentes, Lorena Pena, und Abgeordnete der Regierungspartei FMLN legten dem Parlament am 11. Oktober 2016 einen Vorschlag zur Reform von Art. 133 des Strafgesetzes vor, wonach Abtreibungen im Falle von Gewalt, Lebensgefahr für die Mutter und Nicht-Lebensfähigkeit des Fötus straffrei werden sollen. Bisher legt Art. 133 des Strafgesetzes Strafen zwischen 2 und 8 Jahren Haft für jeden fest, der eine Abtreibung herbeiführt, ihr zustimmt oder sie durchführt.
Diese Gesetzesvorlage verdient unbedingt Unterstützung. Die Menschenrechtsorganisationen in El Salvador, die sich mit der Thematik befassen, haben dazu eine Online-Petition auf change.org erstellt.
Die Diskussion wird kontrovers geführt, da im Parlament diejenigen in der Mehrheit sind, die auf der Meinung beharren, Leben beginne mit der Zeugung und verdiene absoluten Schutz - selbst auf Kosten der Mutter. Der Gesetzesvorstoß von ARENA zur Verschärfung des Strafrechts steht noch immer im Raum.
Am 23. Januar 2017 nahm der parlamentarische Ausschuss die Arbeit auf, der darüber zu entscheiden hat, ob der Antrag zur Entkriminalisierung von Abtreibung der Generalversammlung des Parlamentes vorgelegt werden soll oder nicht. Ein erster Experte dazu wird angehört:
Especialista: En un aborto terapéutico al feto no lo mata su madre o el médico, es su destino
El Salvador Times, 24. Januar 2017
Das Gesundheitsministerium in El Salvador spricht sich für die Entkriminalisierung von Abtreibung aus
MINSAL a favor de la despenalización el aborto en casos de madres en riesgo de vida
Diario CoLatino, 22. Februar 2017
Der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) fordert El Salvador auf, Abtreibungen zu legalisieren.
Comité de las Naciones Unidas le pide a El Salvador despenalizar el aborto
Pressemitteilung der Agrupación Ciudadana, 6. März 2017
Die Diskussion in El Salvador in der Bevölkerung zeigt zunehmend eine positive Einstellung gegenüber der Lockerung des Abtreibungsverbotes.
Support building for landmark move to overturn El Salvador's anti-abortion law
The Guardian, 23. März 2017
21 Mitglieder des US-Kongresses fordern in einem Brief an die Regierung und das Parlament El Salvadors die Entkriminalisierung von Abtreibung
21 Miembros del Congreso de Estados Unidos Solicitan a El Salvador Despenalizar el Aborto
Centro de Derechos Reproductivos, 24. März 2017
Mehr als 60 Organisationen in El Salvador fordern vom Parlament die Ablehnung der Gesetzesreform.
#EscúchanosSV: Más de 60 organizaciones en El Salvador exigen que se rechace el aborto
actuall.com, 24. April 2017
Ein ARENA-Abgeordneter öffnet sich der Debatte und zeigt Bereitschaft, sich konstruktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.
“La vida de la madre debe defenderse como la del bebé”
elfaro, 25. April 2017
Diputados no aprueban el aborto por “prejuicios religiosos” afirman organizaciones
Diario Co Latino, 25. April 2017
El Aborto en El Salvador
La Tribuna Hispana, 25. April 2017
UN Urges El Salvador to Decriminalize Abortion in Certain Cases
telesur, 8. Mai 2017
ONU pide a El Salvador despenalizar aborto
Contrapunto, 9. Mai 2017
Die Abstimmung in der parlamentarischen Kommission darüber, ob der Gesetzentwurf zur Entschärfung des Abtreibungsrechtes dem Plenum des Parlamentes vorgelegt werden soll, war auf den 24. April terminiert und wurde auf den voraussichtlich 8. Mai 2017 verschoben, fand aber auch da noch nicht statt. Ein neuer Termin ist noch nicht bekannt.

 

Appell gegen den Gesetzesvorstoß zur Verschärfung des Strafrechts bei Abtreibungen

Am 1. Dezember 2016 hat Amnesty International dem Parlament von El Salvador insgesamt 30.000 Unterschriften auf einer Petition gegen diesen unsäglichen Gesetzesvorstoß übergeben. In der Folge hat Parlamentspräsident Tenorio, Mitglied der Minderheitenpartei GANA, erklärt, seine Partei werde diesen Gesetzesvorstoß nicht unterstützen. Daher wird dieser Antrag nicht verabschiedet werden.

Parlamentarier der Oppositionspartei ARENA hatten im Juli 2016 einen Gesetzentwurf eingereicht, der – falls er verabschiedet würde – das Strafmaß für Abtreibungen auf bis zu 50 Jahre Haft erhöhen würde. Davon betroffen wären nicht nur die Frauen, sondern auch alle, die ihnen bei einem Schwangerschaftsabbruch helfen, auch Mediziner.

 

Teodora

Teodora ist nun seit beinahe 10 Jahren in Haft. Ihrem Rechtsanwalt ist es nun gelungen, bei Gericht ein Wiederaufnahmeverfahren in die Wege zu leiten - dem Antrag wurde im Juni 2017 stattgegeben. Die Chancen auf eine Freilassung haben sich dadurch für Teodora deutlich verbessert.

Im ai-journal 04-05/2017 erschien ein Interview mit Teodora, das Michael Krämer anlässlich einer Reise nach El Salvador im Frühjahr 2017 mit ihr geführt hat. Wir freuen uns, dass wir es Ihnen hier zur Verfügung stellen können.

Briefe gegen das Vergessen: Teodora del Carmen Vásquez
Informationen zum Fall, Stand Dezember 2016. Aktion in der deutschen Sektion von Amnesty International
Appellbrief in deutsch
Appelbrief in englisch

Am 29. Juni 2016 übergab eine Delegation von Amnesty International die weltweit gesammelten Unterschriften zur Forderung nach Freilassung von Teodora: 250.000 Unterschriften sind zusammengekommen! Wir hoffen, dass dieser Appell nicht ohne Wirkung bleibt. Lesen Sie hier den Bericht der Delegation von Amnesty International:
El Salvador: Hunderttausende fordern Freilassung von Teodora de Vásquez
AI-Index: AMR 29/4359/2016, 29. Juni 2016

Download PDF in deutsch
Link zum spanischen Original in der internationalen Website von Amnesty International

 

Im April 2016 besuchte eine Delegation von Amnesty International das Gefängnis von Ilopango und konnte auch mit Teodora sprechen. Hier finden Sie einen Bericht über diesen Besuch:
El Salvador: Nach Fehlgeburten in Haft

Teodoras Geschichte:

2008 wurde Teodora del Carmen Vásquez wegen "besonders schweren Mordes" zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem sie bei der Arbeit eine Totgeburt erlitten hatte.

Teodora, Mutter eines 11 Jahre alten Jungen, erwartete ein weiteres Kind, als sie plötzlich starke, schlimmer werdende Schmerzen erlitt. Sie rief den Notarzt, doch schon kurz darauf platzte die Fruchtblase. Die Wehen setzten ein und sie wurde während der Geburt ohnmächtig.

Als sie stark blutend zu sich kam, war ihr Baby tot. Die anwesende Polizei legte ihr Handschellen an und verhaftete sie wegen Mordverdachts. Erst dann brachten sie sie ins Krankenhaus, wo sie die dringend nötige Behandlung bekam.

In El Salvador werden Frauen, die eine Fehl- oder Totgeburt während der Schwangerschaft erleiden, rountinemäßig verdächtigt, eine "Abtreibung" vorgenommen zu haben. Abtreibung ist dort unter allen Umständen eine Straftat, selbst in Fällen von Vergewaltigung und Inzest oder wenn das Leben der Mutter gefährdet ist. Dies führt dazu, dass sich Frauen bei Schwangerschaftskomplikationen keine Hilfe holen, was unausweichlich zu vermeidbaren Todesfällen führt.

Teodoras Gerichtsverhandlung war extrem mängelbehaftet. Wie bei allen ähnlichen Fällen in El Salvador, wurde sie schuldig gesprochen und konnte sich, da sie aus einer armen Familie kommt, keine gute Rechtsverteidigung vor Gericht leisten. Ihre einzige Möglichkeit besteht nun darin, Berufung einzulegen, um das Urteil so zu ändern, dass sie freikommt.

Action for Teodora
Film über Teodora und ihre Geschichte
19. April 2016

Link zum Original (englisch) in der internationalen Website von Amnesty International

 

Und hier haben wir einige Berichte über die Reaktionen auf die Kampagne von Amnesty International zusammengestellt.

 

Hintergrundinformationen

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission nimmt den Fall von Manuela an.
Manuela, 33, hatte 2008 im letzten Drittel der Schwangerschaft eine Fehlgeburt. Im Krankenhaus wurde sie der Abtreibung beschuldigt, bei der Polizei angezeigt und ans Bett gefesselt. Ein Gericht verurteilte sie zu 30 Jahren Haft, ohne Verteidiger. Nach einigen Monaten in Haft wurde das Hodgkin-Lymphom festgestellt, ein bösartiger Tumor des Lymphsystems, der vermutlich zur Fehlgeburt geführt hatte und viel zu spät behandelt wurde. Sie starb im Gefängnis.
Inter-American Commission On Human Rights Opens Case Involving Salvadoran Woman Wrongfully Imprisoned
Presseerklärung, 19. April 2017
Bericht: Informe Nr.29/17, Petición 424-12, Informe de Admisibilidad, Manuela y Familia, El Salvador

 

Why El Salvador’s Total Ban on Abortion Could Finally Change This Week
Newsweek, 23. April 2017

 

María Teresa Rivera, die 2012 zu 40 Jahren Haft verurteilt worden war, nachdem sie eine Fehlgeburt erlitten hatte, und die am 20. Mai 2016 freigelassen wurde, ist nach ihrer Freilassung mit ihrem Sohn nach Schweden geflohen und hat Asyl beantragt, weil die Staatsanwaltschaft in El Salvador Berufung gegen ihre Freilassung einlegen wollte. Am 20. März 2017 wurde ihr Asylantrag in Schweden angenommen. Es ist der erste Fall, dass einer Frau wegen eines Abtreibungsgesetzes politisches Asyl zugesprochen wurde.
María Teresa, lejos del dedo acusador
Contrapunto, 21. März 2017

 

Guadalupe, eine der Frauen, die wegen einer Fehlgeburt zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt war, aber im Januar 2016 begnadigt wurde, berichtet über ihre Geschichte vor der Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen gegen die Diskriminierung von Frauen in Genf am 20. Februar 2017
https://www.facebook.com/Las17ElSalvador/posts/1863006107277459:0

 

El Salvador contra sus Marías
Video (27 Minuten) über die Geschichte von drei der verurteilten Frauen
elfaro, 1. Januar 2017

 

Immer wieder werden Drohungen und Einschüchterungen von engagierten Frauen bekannt:
#AlertaDefensoras EL SALVADOR / Se intensifica campaña de desprestigio, amenazas y expresiones misóginas contra Margarita Posada, Coordinadora del Foro Nacional de Salud (FNS)
Iniciativa Mesoamericana de Mujeres Defendoras de Derechos Humanos, 16. Dezember 2016

 

El Salvador’s “Abortion Lawyer”
Lauren Bohn, Kristof's Blog, New York Times, 12. September 2016

 

Santos recuperó su libertad, 5. September 2016
Website für die LAS17

Zusammenfassung: Santos Elizabeth gehört ebenfalls zu "den 17" inhaftierten Frauen, wurde aber am 5.9.2016 freigelassen. Die 22-jährige Bäckereiangestellte erlitt im April 2015 Komplikationen während ihrer Schwangerschaft. Sie war gerade zu Hause, als sie plötzlich viel Blut verlor und ihre Mutter sie ins Krankenhaus bringen lies. Die medizinische Belegschaft dort bezichtigte sie jedoch der Abtreibung, ohne jedoch näher festzulegen welcher Art dies geschehen sei. Nach der Autopsie des Fötus hatte das zuständige Institut (Instituto de Medicina Legal) zunächst eine Hirnblutung als Todesursache angegeben. Jedoch gab das selbe Institut im Laufe des Prozesses 4 weitere Todesursachen an, was offensichtlich an der Eindeutigkeit des Befundes zweifeln lässt. Wegen der insgesamt unzureichenden Beweislage beschied der Richter nun die Freilassung von Santos Elizabeth. Trotzdem hat der Fall die junge Frau mehr als ein Jahr ihrer Freiheit gekostetEndlich wird wieder eine Frau freigelassen: Santos Elizabeth Gámez Herrera
Sie erlitt im April 2015 eine Fehlgeburt, wurde von ihrer Mutter ins Krankenhaus gebracht und dort wegen einer angeblichen Abtreibung inhaftiert.

 

El Salvador: “Murió con el feto adentro porque la ley contra el aborto no nos permitió darle el tratamiento contra su cáncer”
BBC Mundo, 1. August 2016
Zusammenfassung:
EL Salvador: "Sie starb zusammen mit ihrem Ungeboreren, weil das Abtreibungsgesetz es uns nicht erlaubt, sie gegen Krebs zu behandeln"
Eine Frau aus armen Verhältnissen wurde mit einer aggressiven Krebserkrankung am Gaumen ins Krankenhaus eingeliefert. Zu Beginn ihrer Schwangerschaft wurde die Krankheit entdeckt, aber sie bekam weder eine Biopsie noch Chemotherapie noch eine andere Behandlung.
Der Grund war, dass die Ärzte fürchteten, dem Fötus zu schaden, weil das als Unterstützung einer "Abtreibung" ausgelegt werden kann und auf Grund eines "schweren Tötungsdelikts" zu bis zu 40 Jahren Haft führen kann. Die Frau konnte nichts gegen den Krebs tun.
Das führte dazu, dass sie schon im Sterben lag, als sie endlich die erforderliche medizinische Behandlung erhielt. Sie starb zwei Tage nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus, zusammen mit dem ungeborenen Kind.
Das Gesetz in El Salvador schützt einen Menschen von der Empfängnis an und daher ist eine Abtreibung unter keinen Umständen erlaubt, auch nicht, wenn Gesundheit und Leben der werdenden Mutter auf dem Spiel stehen.
Dies ist nicht der einzige Fall, es gibt zahlreiche andere Fälle, zum Beispiel Beatriz: Als sie zum zweiten Mal schwanger war, wurde ihre Lupuserkrankung (eine Autoimmunkrankheit) schlimmer und die Ärzte hatten Angst um ihr Leben. Außerdem war der Fötus schwer fehlgebildet und hätte Beatriz die Schwangerschaft zu Ende geführt, wäre das Kind ohne Gehirn und ohne jegliche Überlebenschance zur Welt gekommen. Daher beantragte Beatriz beim Obersten Gerichtshof die Unterbrechung ihrer Schwangerschaft.
Dieser entschied, dass ihr Leben nicht in unmittelbarer Gefahr sei und die Rechte der Mutter nicht über denen des ungeborenen Kindes stehen. Nach dem Kaiserschnitt starb das Kind innerhalb von 5 Stunden.
Die Folge sind irreparable Schäden an der Psyche der Mutter. Es ist eine Ungerechtigkeit, dass Frauen solche Qualen durchleben müssen.
Andere Fälle sind Eileiter-Schwangerschaften oder spontane Fehlgeburten, die nicht behandelt werden.
Ärzte sind dazu verpflichtet, trotz der Schweigepflicht, bei jeglichem Verdacht die Behörden über eine mögliche Abtreibung zu informieren. Sie machen es jedoch auch aus Prestigegründen.
Das Gesetz verhindert jedoch keine Abtreibungen, sondern führt dazu, dass Frauen ihre Abtreibungen im Geheimen vornehmen, was in 11% der Fällen zu ihrem Tod führt. Auf Grund der Anonymität und der unsicheren Umstände der Abtreibungen riskieren sie ihr Leben. Oft sind es vor allem Frauen aus armen Verhältnissen.
129 Frauen wurden zwischen 2000 und 2011 wegen Abtreibung oder schwerem Totschlag angeklagt. 49 wurden verurteilt, 13 wegen Abtreibung und 26 wegen Totschlags. 68,22% davon waren zwischen 18 und 25 Jahren. Die Mehrheit davon mit nur sehr geringer Bildung und alleinstehend mit geringem Einkommen.
Eine Minderjährige wurde schwanger, nachdem sie von ihrem Stiefvater missbraucht wurde. Die Mutter und sie klagten den Mann an und wollten die Schwangerschaft unterbrechen. Das wurde jedoch abgelehnt, weil es bereits ein Verfahren wegen Kindesmissbrauchs gab und sie wegen der Schwangerschaft unter Kontrolle stand.
Im April 2015 wurden der Regierung 300.000 Unterschriften mit der Forderung übergeben, Abtreibungen nicht mehr unter Strafe zu stellen. Im Moment beraten die Abgeordneten des Parlamentes über mögliche Änderungen, aber nicht auf Grund von medizinischen Gründen. Sie beraten darüber, die Haftstrafen auf bis zu 50 Jahre Haft für Frauen und Ärzte anzuheben - die selbe Strafe wir für schweren Mord.

 

U.N.: Severe Abortion Laws Discriminate and Endanger
Newsdeeply.com, 17. Juni 2016

 

Ein Kurzfilm des Guardian über die Situation der Frauen gewinnt im Juni 2016 den Kurzfilm-Preis von One World Media:
El Salvador: 'I had a miscarriage. The judge accused me of murder' – video
The Guardian, 17. Dezember 2015 (Datum der Veröffentlichung des Videos)

 

El Salvador - where women are jailed for 40 years for the 'crime' of having a miscarriage
Interview mit María Teresa Rivera nach ihrer Freilassung
The Independent, 28. Mai 2016

 

Morena Herrera: “Vamos a sacar a ‘las 17′ de las cárceles de El Salvador”

Pikara online magazine, 26. Mai 2016

 

Zika looms but El Salvador stands firm on abortion ban
Reuters, 23. Mai 2016

 

ONU: "La prohibición absoluta del aborto viola la Convención contra la Tortura"
infobae, 21. Mai 2016
Der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen gegen die Folter ist der Ansicht, dass das Antreibungsverbot gegen die Antifolter-Konvention verstößt. Das sagt er bei einer Veranstaltung in Buenos Aires, die von Amnesty International organisiert worden war.

 

María Teresa wird freigelassen, das Urteil gegen sie annulliert:
El Salvador libera a mujer encarcelada tras perder embarazo: Victoria para los derechos humanos
Pressemeldung, 20. Mai 2016

 

Eine gute Nachricht: Am Dienstag, 11.05.2016, wurde Flor Arely, Mutter von fünf Kindern, freigelassen. Sie hatte vor 10 Monaten eine Fehlgeburt erlitten und war direkt aus dem Krankenhaus heraus unter der Anklage des vorsätzlichen Mordes in Untersuchungshaft genommen worden. Das Gericht in Sonsonate hat entschieden, dass es keine Beweise für eine Abtreibung gibt. Flor wurde von einer Rechtsanwältin der Agrupación Ciudadana por la Despenalización del Aborto vertreten. Wir freuen uns mit ihnen über diesen Erfolg.

 

The State als Catalyst for Violence against Women
AI-Index: AMR 01/3388/2016, 7. März 2016

Link zum Original (englisch, spanisch) in der internationalen Website von Amnesty International

 

El Salvador Creates Special Court to Protect Women's Rights
Telesur, 23. Februar 2016

 

UN tells Latin American countries hit by Zika to allow women access to abortion
The Guardian, 5. Februar 2016

 

Juliana Cano Nieto: "La penalización del aborto es un problema para más del 50% de la población salvadoreña"
El Faro, 1. Februar 2016

 

Entrevista, Morena Herrera
Interview mit der Aktivistin Morena Herrera von der Agrupación Ciudadana por la Descriminización del aborto
Video auf Youtube, 20. Dezember 2015

 

El Salvador: where women are thrown into jail for losing a baby
The Guardian, 17. Dezember 2015

 

El Salvador: 'I had a miscarriage. The judge accused me of murder'
Video - The Guardian, 17. Dezember 2015

 

Case Filed for Salvadoran Women Imprisoned After a Miscarriage
telesurtv.net, 4. Dezember 2015

 

How Jailing Women for Abortion in El Salvador Hurts Their Children
Vice News, 3. Dezember 2015

 

Anti-abortion laws are tearing families apart in El Salvador
Latin Correspondent, 2. Dezember 2015

 

El Salvador's anti-abortion law makes criminals of mothers who miscarry
The Guardian, 30. November 2015

 

Auch in Deutschland wird über die Frauen in El Salvador gesprochen: z.B.
"Ermordet, versklavt, entführt, misshandelt"
Schwarzwälder Bote, 26.11.2015

 

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission beschäftigte sich im Oktober 2015 mit der Situation der Frauen in El Salvador, die aufgrund von Schwangerschaftsproblemen in Haft sind:
‘Why Such Violent Treatment of These Women in El Salvador?’ Asks Commission on Human Rights
RH Reality Check, 30. Oktober 2015

 

'En El Salvador las mujeres pueden llegar a ser condenadas hasta a 50 años de cárcel por abortar'
Interview mit der Menschenrechtsaktivistin Morena Herrera
El Mundo, 30. Oktober 2015

 

Al Estado de El Salvador: Garantizar la seguridad y protección de Defensoras de Derechos Humanos
Aufruf zu einer Petition zum Schutz der Frauenorganisationen Colectiva Feminista und Agruáción Ciudadana: Beide Organisationen sehen sich seit Juli einer beispiellosen Diffamierungskampagne ausgesetzt, die ihre Arbeit und ihre Mitglieder diskreditieren sollen. Die Petition auf avaaz fordert die Regierung El Salvadors auf, die Menschenrechtsorganisationen zu schützen und dafür zu sorgen, dass sie ihre Arbeit in Ruhe und ohne Beeinträchtigung fortsetzen können.
avaaz.org, 2. Oktober 2015

 

U.S. lawmakers call on El Salvador to free women 'wrongfully' jailed for illegal abortions
Mitglieder des US-Amerikanischen Kongress fordern Außenminister Kerry auf, der Regierung El Salvadors die Überprüfung des drakonischen Abtreibungsverbotes zu empfehlen, das zur Inhaftierung von Dutzenden von Frauen geführt hat, die eine Fehl- oder Totgeburt erlitten hatten.
Fusion.net, 2. Oktober 2015

 

El Salvador: Sexuelle und reproduktive Rechte wahren
ai-journal, 24. Juni 2015

 

Zu Mörderinnen gestempelt
El Salvador: Nichtregierungsorganisationen kämpfen gegen das totale Abtreibungsverbot und drakonische Haftstrafen auch nach Fehlgeburten
Junge Welt, 19. Juni 2015

 

Vier AktivistInnen, die sich am 24. April 2015 in der salvadorianischen Botschaft in Washington für die Freilassung von "Las 17" einsetzten, werden angeklagt und müssen mit einer Haftstrafe rechnen:
Cargos contra activistas que defienden a sentenciadas por aborto en El Salvador
El Diario, 15. Mai 2015

 

Aborto en El Salvador: "Si esta fuera mi mujer, yo ya le hubiera volado la cabeza"
BBC Mundo, Katy Watson, 5. Mai 2015

 

Draconian Ban on Abortion in El Salvador Targeted by Global Campaign
Upside Down World, Edgardo Ayala, 5. Mai 2015

 

The mothers being criminalised in El Salvador
BBC News, 28. April 2015

 

Frauen in Zentralamerika, die sich für die Menschenrechte von Frauen einsetzen:
AI - Defensoras de derechos sexuales y reproductivos
Video von Amnesty International Mexiko, in Spanisch, mit englischen Untertiteln

 

Fehlgeburten sind kein Verbrechen!
Video von Amnesty International Deutschland

 

Doce datos sobre la prohibición del aborto en El Salvador
Amnesty International Spanien, 22. April 2015

 

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission hat die Regierung El Salvadors aufgefordert, sich zu Menschenrechtsverletzungen gegenüber einer Frau zu äußern, die aufgrund einer angeblichen Abtreibung inhaftiert wurde und ein Jahr später in Haft an einer nicht behandelten Krankheit verstarb:
El Salvador Must Respond to Charges of Human Rights Violations Related to Woman’s Imprisonment and Death Under Criminal Abortion Ban
Center for Reproductive Rights, 21. April 2015

 

Marginalized, Persecuted, and Imprisoned: The Effects of El Salvador’s Total Criminalization of Abortion
Publikation des Center for Reproductive Rights 2014

 

Ihr Bauch gehört dem Staat
von Karen Naundorf in der Zeitschrift fluter, 17. März 2015

 

Zwei von siebzehn
Mit Guadalupe Vásquez ist die zweite Frau freigekommen, für die sich die Kampagne „Freiheit für die 17“ in El Salvador einsetzt.
von Michael Krämer, Inkota-Brief 171, März 2015

 

Abortion Bans Are Putting Women Behind Bars
ThinkProgress.org, 10. März 2015

 

El Salvador and ‘Las 17’
von Erika Guevara-Rosas
New York Times, 2. März 2015

 

El Salvador: Wegen einer Fehlgeburt ins Gefängnis
Deutsche Welle, Global 2000, 16. Februar 2015
Video, 6:52 Minuten

 

Why a Woman Who Says She Didn't Know She Was Pregnant Is Serving a 40-Year Sentence for the Death of Her Baby
Cosmopolitan, 11. Februar 2015

 

Inside El Salvador’s Women’s Prison: What ‘Las 17′ Face for Their Abortion-Related Charges
RH Reality Check, 10. Februar 2015

 

Video: El Salvador: Haftstrafen für Schwangerschaftsabbruch
Weltspiegel, 1. Februar 2015, 19:20 Uhr
07:41 Min.

 

What’s Next for the Rest of the Salvadoran Women Imprisoned on Abortion-Related Charges?
von Kathy Bougher, RH Reality Check, 29. Januar 2015

 

Guadalupe’s pardon: UN experts urge El Salvador to pardon all women jailed for pregnancy complications and repeal restrictive abortion law
Presseerklärung des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte
28. Januar 2015

 

El Salvador: UN rights office welcomes ‘ground-breaking’ pardon of woman in abortion case
23. Januar 2015

 

El Salvador: Das absolute Abtreibungsverbot und seine Folgen
Interview von Miriam Richter von der Hochschulgruppe Halle von Amnesty International mit Claudia Wittwer, El Salvador-Expertin von Amnesty International
Der Beitrag wurde am 14.01.2015 im Amnesty Magazin in Radio Corax ausgestrahlt.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Hochschulgruppe Halle
MP3, 11,3 MB

 

El abuso de Fortín Magaña contra las 17
el faro, 4. Januar 2015

 

Organizaciones insisten en libertad para las 17
Contrapunto, 17. Dezember 2014

 

What Happens When You Outlaw Abortion? Women Go To Jail
Cosmopolitan, 16. Dezember 2014 (englisch)

 

Principios legales versus discriminación de género. El caso de las 17.
el faro, 17. November 2014 (spanisch)

 

Informe "Al Borde de la Muerte" Penalización del aborto en El Salvador
Video des salvadorianischen Parlamentes (Asamblea Legislativa) zur Diskussion um das Thema Abtreibung
5. November 2014 (spanisch)

 

#MyBodyMyRights: This powerful poster campaign by Amnesty International will change the way you view basic human rights
dnaindia.com, 5. Oktober 2014

 

The Hidden War in El Salvador
Bericht des Generalsekretärs von Amnesty International Salil Shetty
Huffington Post, 2. Oktober 2014

 

Estoy decepcionado del gobierno de El Salvador
Interview mit Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International
elfaro.net, 1. Oktober 2014

 

Die Themenbeiträge des AI-Journal Oktober/November 2014 mit Schwerpunkt auf "My Body My Rights" können Sie hier online einsehen.

 

OEA: prohibición del aborto es violencia institucionalizada
contrapunto.com.sv, 29. September 2014

 

Al borde de la muerte: la prohibición del aborto en América Latina
contrapunto.com.sv, 28. September 2014

 

Presseartikel über die Übergabe des Berichtes von Amnesty International an die Regierung:

Exministra Rodríguez apoya despenalizar aborto. elsalvador.com, 25. September 2014

Sí a la Vida se pronuncia en contra del aborto. La Prensa Gráfica, 26. September 2014

Reaviva la polémica por despenalizar aborto en el país. Diario de Hoy, 25. September 2014

Amnistía Internacional recomienda despenalizar el aborto. Diario CoLatino, 25. September 2014

 

Spot Las 17
Video der Agrupación Ciudadana por la Despenalización del Aborto
In dem Video (01:11 Minuten) nennen alle 17 verurteilten Frauen in einer Portraitaufnahme ihren Namen. Das Strafmaß wird eingeblendet. Spanisch

 

Die Übergabe des Berichts von Amnesty International in El Salvador
Der Generalsekretär von Amnesty International überreicht der Regierung El Salvadors den aktuellen Bericht über die Situation von Frauen und Mädchen persönlich. Zuvor trifft er sich mit Menschenrechtsorganisationen in El Salvador zu einem ausführlichen Gespräch.
Bericht in der Website der Agrupación Ciudadana por la Despenalización del Aborto (spanisch)

 

Besuch einer Delegation von Amnesty International bei den inhaftierten 17 Frauen
Bericht in der Website der Agrupación Ciudadana por la Despenalización del Aborto (spanisch)

 

Das Abtreibungsverbot in El Salvador
Radiobeitrag in freie-radios.net
07:15 min, MP3, 26. September 2014

 

The Human Rights Council must urge States to address gender discrimination and accelerate efforts to address preventable maternal mortality and morbidity: Amnesty International written statement to the 27th regular session of the UN Human Rights Council (8 to 26 September 2014)
AI-Index: IOR 42/003/2014, 4. September 2014

Zusammenfassung: Stellungnahme von Amnesty International gegenüber dem UN-Menschenrechtsrat anlässlich dessen 27. Sitzung mit der Forderung, dass sich die Mitgliedsstaaten mit dem Thema Geschlechterdiskriminierung auseinandersetzen und ihre Bemühungen verstärken, Maßnahmen zur Vermeidung von Müttersterblichkeit und Gesundheitsschäden bei Müttern durchzuführen.

Link zum Original (englisch) in der internationalen Website von Amnesty International

 

Links

Theko Menschenrechtsverletzungen an Frauen, Amnesty International Deutschland

Netzwerk Frauenrechte, Amnesty International Österreich

Committee on the Elimination of Discrimination Against Women (CEDAW)

Marginalized, Persecuted and Imprisoned. The Effects of El Salvador's Total Criminalization of Abortion
Center for Reproductive Rights, 2014